Vampirfilme, die man gesehen haben muss

The children of the night

Vampirfilme, die man gesehen haben muss

 

Von allen Horrorwesen sind Vampire mir die liebsten. Warum? Weil ihre Manifestationen derlei vielfältig und tiefgründig sind, dass man stets zwischen intimster Sympathie und abgründiger Abscheu schwankt. Mal sind sie zombiehaft phlegmatisch, mal kultiviert-romantisch und manchmal schlicht mörderisch.

Um den archaischen Nosferatu-Typ kennenzulernen, sollte man sich unbedingt die Klassiker des Genres einverleiben: Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens, Nosferatu – Phantom der Nacht oder Dracula mit Bela Lugosi.

Als jemand, deren kulturell-ästhetische Wahrnehmung in den 90ern und 2000ern geformt wurde, kann ich mir diese Filme nur zwecks Allgemeinbildung ansehen. Ebenso wenig vermag ich etwas mit Draculas Tochter, Draculas Haus und sogar mit dem hochgefeierten Christopher Lee in der Rolle von Graf Dracula aus dem Jahre 1958 anzufangen.

Mag sein, dass jemand jetzt entrüstet (oder auch wütend) aufschreit und mich der Inkompetenz bezichtigt, doch für mich wurde der erste wahrhaftig sehenswerte Vampirfilm erst im Jahre 1992 gedreht: Francis Ford Coppolas Bram Stoker’s Dracula.

Immer noch sehr klassisch und theatralisch, setzt dieses Meisterwerk Maßstäbe, die von keinem anderen Film wohl jemals erreicht werden. Hier ist alles perfekt: Kulisse, Schauspieler, Dialoge. Bram Stoker’s Dracula ist einer der Filme, die man sich unendlich oft anschauen kann, um jedes Mal etwas Neues darin zu entdecken.

1994 erblickt ein weiterer Vampire-Movie, den man meiner Meinung nach unbedingt kennen muss, das Licht der Welt. Interview mit einem Vampir – ein dekadentes Kostümdrama – lässt uns in die Gefühlswelt eines ewiglebenden Untoten eintauchen, um herauszufinden, ob ein endloses Dasein tatsächlich so erstrebenswert sei.

Robert Rodriguez und Quentin Tarantino können von der Vampir-Thematik auch nicht die Finger lassen und erschaffen im Jahre 1996 einen fulminanten Gangster-Vampir-Movie, der noch lange seinesgleichen suchen wird. From Dusk till Dawn enthält alles, was das Herz eines Horrorjunkies begehrt: böse Jungs, coole Sprüche, eine freizügige Vampir-Bar, schöne, blutrünstige Damen, Familienzusammenhalt, Blut und Schrecken.

Weiter geht es mit Blade (1998) und Underworld (2003). Mit ungemein viel Action lassen uns diese Streifen die Welt der Vampire und Werwölfe aus einer ganz unerwarteten Perspektive sehen – irgendwie allzu menschlich.

Einer meiner Allzeit-Favoriten ist der Film Van Helsing (2004) mit Hugh Jackman und Kate Beckinsale, der eine groteske Mischung aus Bram Stoker’s Dracula, Frankensteins Monster und Dr. Jekyll und Mr. Hyde darstellt. Filmemacher spielen hierbei gekonnt mit Action-Szenen, die so aus einem Film der Mission-Impossible-Reihe hätten stammen können. Überaus ansprechend finde ich die Performance von Richard Roxburgh als Graf Dracula: Bela Lugosi mal ganz anders.

Auch wenn viele mit meiner Ansicht über die positiven Eigenschaften von Van Helsing nicht einverstanden sein werden, empfehle ich den Film trotzdem. Für mich ein eindeutiger Must-See.

30 Days of Night zeigt Vampire von ihrer gerissenen, zerstörerischen Seite. Es ist aber auch wirklich ausgesprochen schlau, ein Städtchen während einer 30-Tage-langen Polarnacht zu überfallen. Die Vampire selbst sind in diesem Streifen überaus unheimlich und widerwärtig gestaltet: Nix da mit dem romantischen Gesäusel, es wird angerichtet!

In So finster die Nacht dürfen wir einer melancholischen Schauergeschichte beiwohnen, die so wohl nur in Schweden hätte entstehen können. Mit dem typisch skandinavischen Flair berichten uns die Filmemacher über die herzzerreißende Freundschaft zwischen einem Vampir-Mädchen und einem introvertierten Schuljungen. Die verschneite Kulisse unterstreicht nur die Einsamkeit, die in den Hauptfiguren herrscht.

Und was sind eure Lieblingsvampirfilme?

 

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