Schaurige Lesetipps

Das Wort zum Sonntag

Schaurige Lesetipps

 

Im heutigen Beitrag möchte ich euch einige aus meiner Sicht sehr interessante Leseempfehlungen aus dem Bereich Horror ans Herz legen. Hierbei handelt es sich überwiegend um deutschsprachige Düsterliteratur. Die Autoren/Autorinnen sind im unterschiedlichen Ausmaß bekannt, was keineswegs ihrer Qualität, sondern nur dem unberechtigt schlechten Ruf des Genres zuzuschreiben ist.

Ich möchte gerne mit der Vorstellung des Projekts „Visionarium“ anfangen. Denjenigen, die sich sehr intensiv mit dem Thema der phantastischen und Horrorliteratur im deutschsprachigen Raum auseinandersetzen, ist dieser Name bereits seit Jahren wohlbekannt. Diejenigen, die sich bisher noch nicht damit beschäftigt haben, sollten es vielleicht genau jetzt tun.

Diese unsagbar liebevoll gestalteten Zeitschriften sind ein echtes Vergnügen für den Geist sowie eine wahrhaftige Augenweide für jeden Freund des Gruseligen. Dort bekommt man die Chance, einigen talentierten deutschsprachigen Horror- und Phantastikautoren zu begegnen, deren Namen man leider zu selten hört. Aber nicht nur das. „Visionarium“ hat viel mehr zu bieten: Interviews, Berichte, Kurzgeschichten ausländischer Autoren und nicht zuletzt wundervolle Illustrationen.

„Visionarium“ ist natürlich (und auch zum Glück) nicht das einzige Projekt, das sich dem phantastischen Genre widmet. Es unterscheidet sich jedoch grundliegend von den anderen durch hohe Professionalität, Liebe zum Detail und einen guten Geschmack.

Bedauerlicherweise ist die harte Realität nicht spurlos an „Visionarium“ vorbeigegangen. Mit der Ausgabe 10 im Januar 2017 ist leider (zumindest vorübergehend) auch die letzte Ausgabe der Zeitschrift erschienen. Nichtsdestotrotz kann man die bisher gedruckten Editionen bei Amazon erwerben und somit den Herausgeber unterstützen.

https://visionariumjournal.wordpress.com/

Nun schreiten wir zu einer entzückenden und überaus talentierten Autorin namens Karin Elisabeth. Ihre erste gedruckte Schauerstory „Der Wechselbalg“ kann man in der dritten Ausgabe von „Visionarium“ lesen. Es ist eine melancholische Gruselgeschichte, die so herrlich altmodisch und herzzerreißend daherkommt, dass man sie nur lieben kann.

Darin geht es um eine junge Frau, die ungewollt ihr erstes Kind abtreiben muss und dadurch Ver- und Zerstörendes erlebt.

Erfreulicherweise durfte ich vor Kurzem einer weiteren Geschichte der Autorin im Rahmen ihrer Lesung beiwohnen. Somit kann ich behaupten, Karin Elisabeth sei nicht nur eine feinfühlige Schriftstellerin, sondern auch eine wunderbare Vorleserin! Uneingeschränkt empfehlenswert. Dazu eine Kostprobe:

Und seid gespannt auf mehr, denn ihr erster Erzählband kommt im Oktober 2017 bei Amrûn Verlag heraus !

Mein nächster Autor heiß Alexander Jäger. Noch nie gehört? Diesen Fehler solltet ihr schleunigst beheben! Sein Erstling „Die gute Dame“ ist es auf jeden Fall wert, gelesen zu werden. Die Story ist unkonventionell, an manchen Stellen verstörend, liest sich aber sehr gut.

„Wehe, wenn die Gute Dame in Ihrem Laden auftaucht!
Die Inhaber des Juweliers Waidmann stehen vor einem Rätsel: Jedes Mal, wenn eine ganz spezielle und überaus lästige Person ihr Geschäft heimsucht, bleiben anschließend drei Tage lang die Kunden weg. Doch wie wird man einen solch unerwünschten Gast wieder los? Eine ungebetene Besucherin, die offenbar mit übernatürlichen Mächten im Bunde steht und deren Umtriebe schon bald existenzbedrohende Ausmaße annehmen.“

https://www.amazon.de/Die-Gute-Dame-Alexander-J%C3%A4ger-ebook/dp/B01D9XI2CM

Schaut einfach rein, vielleicht werdet ihr überrascht!

Ein weiterer Autor, der mich zutiefst begeistert, heißt Philipp Schaab. Mit seinem Erzählband „Der süße Duft der Kobralilie“ erreicht er mein Herz auf allen Ebenen.

Die anrührende Art zu schreiben, die Philipp bestens beherrscht, macht seine Storys liebenswert. Der subtile Grusel, der stets präsent ist, jedoch nie aufdringlich wird, lässt den Leser tiefer fühlen. Düster, geschmackvoll, emotional – das ist „Der süße Duft der Kobralilie“.

http://www.periplaneta.com/Produkt/editionen/subkultur-editionen/der-suesse-duft-der-kobralilie/

Meine letzte Empfehlung für heute ist der Horror-Roman des hierzulande noch nicht allzu bekannten amerikanischen Schriftstellers Christopher Golden. „Der Fährmann“ heißt das Werk und – lasst euch das gesagt sein! – es ist richtig gut.

Hierbei handelt es sich um die deutsche Erstausgabe des Romans, die durch den frisch gegründeten Buchheim Verlag realisiert worden ist.

Der Autor erzählt uns die Geschichte einer jungen Frau namens Janine, die auf eine tragische Weise ihr ungeborenes Kind und dabei beinahe ihr Leben verliert. Durch eine Nahtoderfahrung begegnet sie dem Fährmann, der für den Transport der Seelen ins Jenseits die Verantwortung trägt. Wer sich ein wenig mit griechischer Mythologie auskennt, wird ohne Probleme erkennen, wer der Fährmann in Wirklichkeit ist.

Da Janine diese Welt noch nicht verlassen will, kämpft sie und es gelingt ihr, dem Fährmann zu entkommen. Doch schon bald beginnt die Verfolgung der übernatürlichen Art.

Innerlich und äußerlich ist das Buch ein Schmuckstück! Es macht irre Spaß, das Ding in den Händen zu halten. Schon lange habe ich kein so schönes Exemplar erwerben dürfen. Die atemberaubenden Illustrationen stammen von John Howe, dessen Werke unter anderem „Der Herr der Ringe“ oder „Silmarillion“ veredelt haben.

https://www.buchheim-verlag.de/buchheim-verlag-faehrmann

Klasse, oder? Mehr davon!

Und aus meiner nächsten Leseempfehlung erfahrt ihr über Anton Serkalow, Alexander C. Christian, Markus Reischl, Alf Stiegler und Patrick Gengler.

Bis dahin und bitte fleißig lesen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.