Kinderfilme, die ganz schön Horror sind

Kinderfilme, die ganz schön Horror sind

 

Kindefilme können ganz schön gruselig sein, werden aber trotzdem nur mit einem FSK-6-Vermerk verkauft. Als Mutter zweier Töchter weiß ich, dass Kiddies ziemlich robust sein können, aber beim Anschauen mancher Kinderfilme wird sogar mir – einem Horror-Fan mit Erfahrung – ein wenig mulmig zumute.

Der Film Mio, mein Mio (1987) zum Beispiel.

Die Handlung fußt auf der bezaubernden gleichnamigen Geschichte von Astrid Lindgren, die gleichermaßen poetisch wie ergreifend ist. Stellenweise aber auch sehr düster.

So ist auch der Film. Meine Arme und Beine werden immer wieder mit einer unangenehmen Gänsehaut überzogen, wenn Ritter Kato auf der Mattscheibe erscheint. Ritter Kato, brillant gespielt von Christopher Lee, mit einer Eisenkralle anstelle der linken Hand, mit der er Kinderherzen herausreißt, um sie durch einen Stein zu ersetzen.

Und dann noch die weißen Pferde, die Blut weinen; der in der tiefsten Höhle im schwärzesten Berg angekettete Schwertschmied…

Ganz schön creepy, oder?

Der Streifen Jumanji aus dem Jahre 1995 wurde zum Glück wenigstens mit einem FSK-12-Aufkleber versehen, denn er ist eigentlich nichts Anderes als Tierhorror.

Für einen Kinderfilm viel zu makaber, auch wenn nicht ohne Witz und Gefühl, basiert die Verfilmung auf einem Kinderbuch von Chris Van Allsburg.

Meine ältere Tochter hat sich geweigert, Jumanji zu gucken, weil er sie wirklich gegruselt hat. Mich übrigens auch.

Nichtsdestotrotz – ein Hammerfilm für Erwachsene!

Die italienische Fernsehserie Prinzessin Fantaghiro (1991, FSK 6) ist eine Märchen-Verfilmung. Die Schauspieler, die Kulisse, die Story sind entzückend, magisch und sehr gefühlsbetont, dennoch nicht ohne eine ganze Menge gruseliger Momente.

Dort gibt es in Bestien verwandelte Männer, ekelhafte Zwerge, dunkle Zauberei, Mutanten und all das nicht gerade kindgerecht gestaltet.

Das Gleiche behaupte ich von den Filmen Die Reise ins Labyrinth (1986, FSK 12) und  Der dunkle Kristall (1982, FSK 12)

Märchen sind oft gruselig – das weiß jeder – und sind daher mit Vorsicht zu genießen.

Der hierzulande wenig bekannte sowjetische Zeichentrickfilm Der Igel im Nebel (FSK 0) ist eine elfminütige Horroranimation à la „The Blair Witch Project“. Sie hat mir in meiner Kindheit mehr Angst eingejagt als der von mir heimlich angeschaute A Nightmare on Elm Street 3.

Überzeugt euch davon einfach selbst: https://www.youtube.com/watch?v=mjIZx8fzl20

Und als Letztes möchte ich Coraline (2009, FSK 6) erwähnen.

Diese wundervolle Animation ist an manchen Stellen so furchteinflößend, dass ich als erwachsene Frau frösteln muss. Jene spinnenähnliche Kreatur, die Coralines Mutter sein will, ist definitiv nichts für Sechsjährige! Und nicht nur sie. In diesem Streifen werden zu viele Ängste thematisiert, die allesamt für Kinder ungeeignet sind.

Ganz ehrlich, Horror ist etwas für Erwachsene und muss auch dementsprechend gekennzeichnet werden.

 

 

12 thoughts on “Kinderfilme, die ganz schön Horror sind

  1. finde da filme wie watership down (6) oder feridale 812) monster house (6) wenn der wind weht (6) schlimmer. ohh un nicht zu vergessen animal farm von 1954

  2. Mit „Taran und der Zauberkessel“ kann man kleine Kinder auch hervorragend traumatisieren 😉

    Andererseits scheinen Kids aber auch so manches deutlich besser zu verkraften, als Erwachsene. Wenn ich so an meine Masters of the Universe-Figuren zurückdenke – Eltern und Lehrer waren entsetzt, dabei waren Skeletor & Co. einfach nur cool. Viel cooler übrigens als die Guten.

    1. „Taran und der Zauberkessel“ kenne ich gar nicht. Muss mal googeln. 😀

      Ich persönlich kam selbst sehr früh mit Horror in Berührung: sei es literarischer oder visueller Grusel.

      Mit 8 habe ich „A Nightmare on Elm Street 3“ gesehen und war zuerst fast vor Angst gestorben, um mich nur eine kurze Zeit später in Freddy zu verlieben.

      Man muss, denke ich, differenzieren können, ob die Kinder sich selbst etwas insgeheim und mit dem Wissen, dass es gruselig ist, anschauen (da ist man als Elternteil sowieso machtlos) oder ob sie einen als Kinderfilm deklarierten Streifen in den Händen halten und keinen Schimmer haben, was auf sie eigentlich zukommt.

  3. Uh, da schmeiße ich doch auch noch schnell ein paar Kandidaten dazu:

    „Die unendliche Geschichte“ (1984, FSK 6) – Das Pferd im Sumpf, das Nichts, diese komische Schattenkatze, oder was auch immer das war, dazu das durchgehend düstere Setting in dieser scheinbar trostlosen Welt. Das war als Kind schon hart an der Grenze.

    „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ (1988, FSK 12) – Doc Brown löst lustige Cartoonfiguren in grüner Suppe auf. Wie kann man das als Kind nicht einfach nur schrecklich finden? Das Ende ist auch arg verstörend, würde ich sagen.

    „Hexen Hexen“ (1990, FSK 6) – Die Szene, als die Hexen ihre wahren Gesichter zeigen und die Kinder in Mäuse verwandeln war damals unglaublich furchteinflößend.

    Ich bin allerdings ja der Meinung, dass ein bisschen Grusel zwischendurch nicht verkehrt ist als Kind. Ich meine, die Grimm-Märchen sind auch düsterer Kram. Man darf es halt nur nicht übertreiben. Wichtig ist, dass am Ende alles gut wird und diese Message haben die Filme ja eigentlich immer.

    1. „Die unendliche Geschichte“ ist wirklich ziemlich schaurig. Das mit dem Pferd ist so deprimierend… Zum Heulen.

      Die Grimm-Märchen sind gruselig. Wurden aber auch ursprünglich nicht für Kinder gedacht. Meinen Kindern lese ich sie aber nicht vor. Es gibt bessere Literatur für Nachwuchs.

      Am schlimmsten finde ich persönlich japanische und chinesische Märchen. Sollte man als Kind erst gar nicht in die Hände bekommen. Ich konnte sie bereits zu meiner Grundschulzeit ungehindert in einer Bücherei ausleihen: krasses Zeug, Mann!

      1. Die Asiaten sind ohnehin eine Klasse für sich, was so ziemlich alles angeht. Aber immerhin scheinen die Horrormärchen dann auch dazu geführt zu haben, dass die Kinder, wenn sie erwachsen geworden sind, gute Horrorfilme zu fabrizieren. In Amerika und Europa gelingt das ja schon lange niemandem mehr.

        1. Jepp, die Asiaten haben echt eine abgespacede Fantasie.

          Aber Inder fangen jetzt auch langsam an, Horror zu produzieren. Momentan sieht alles noch ziemlich grotesk aus, aber in ein paar Jahren könnte ich mir gut vorstellen, dass sie etwas Feines auf die Beine stellen werden.

          1. Ich bin immer für neues zu haben. So lange in deren Hororfilmen nicht Shah-Rukh Khan durchs Bild tanzt, bin ich dabei.

          2. Ach Mann, ich liebe Shah Rukh Khan! Im Ernst. Ich schaue mir auch zwischendurch immer wieder Bollywood-Movies an. Ist schon eine Macke für sich. 😀

            Es gibt eine Kindergeschichte von Krishan Chander – einem indischen Schriftsteller – die „Der umgedrehte Baum“ heißt. Wenn man sie verfilmen würde, hätte man einen völlig abgefahrenen, außergewöhnlichen Horrorfilm.

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