Horrorfilme, die auf Mythen, Sagen und Legenden basieren

Der Mythos lebt

Horrorfilme, die auf Mythen, Sagen und Legenden basieren

 

Früher, in lang vergangenen Zeiten, bevor Kabelfernsehen und Internet, fristeten Menschen ein elendes Dasein. Ohne die Möglichkeit, abends vor der Glotze zu gammeln, waren sie gezwungen, sich anderweitig zu bespaßen. So entstanden Mythen, Sagen und Legenden, deren Bilder so stark und Handlungen so spannend waren, dass sie bis heute überdauerten. Der moderne Mensch wird immer wieder von ihnen unterhalten. Manchmal auch ohne es zu begreifen.

Auch die Macher von Horrorfilmen wissen sich diese Schätze der Wortkunst zunutze zu machen.

Gern würde ich mit Wes Cravens Wishmaster“ anfangen. Die zentrale Figur des Filmes ist ein Dschinn, der nach Weltherrschaft strebt. Er ist die Verkörperung des Bösen und tut gut daran, die Wünsche der Menschen auf eine grausame Art umzuinterpretieren und den Wünschenden somit ein finsteres Ende zu bereiten.

Dschinn – die Dämonen – werden im islamischen Volksglauben in folgende Kategorien unterteilt:

  • Dämonen, die den Menschen Schaden und Schrecken zufügen. Dabei sind die mächtigen die Ghul, die sehr mächtigen die Sila, die noch mächtigeren mit dezidiertem Zerstörungstrieb die Ifrit und die allerstärksten die Marid
  • Mittelwesen, die wie die Menschen die Schöpfung bevölkern und nicht besonders in Erscheinung treten und
  • Qarin (Doppelgänger) der Menschen.

Wie ich finde, sind Dschinn eine wunderbare Vorlage für Horrorfilme. Es ist ein Jammer, dass Filmemacher nur selten zu diesem Thema greifen.

Auch Griechische und römische Mythologien, die recht nah beieinanderliegen, liefern Regisseuren immer wieder Ideen.

Filme wie „Minotaur“, Nymph“ oder „Pans Labyrinth“ basieren in unterschiedlichen Verhältnissen auf Überlieferungen aus der griechisch-römischen Antike. Das Interessante dabei ist, dass die Macher von „Nymph“ Nymphen und Sirenen wohl vertauscht haben mussten, weil die ersteren schlicht harmlose Naturgeister sind, wogegen die anderen nicht sonderlich menschenfreundlich vorgehen.

Im düsteren Horrormärchen „Pans Labyrinth“ trifft die kleine Ofelia glücklicherweise nicht auf  – wie der Filmtitel vermuten lässt – Pan, sondern auf seinen römischen Doppelgänger Faunus. Wäre es nicht so gewesen, hätte das Mädchen laut Regiemachthaber Guillermo del Toro tief in der Scheiße gesteckt, denn der Naturgott Faunus sei Menschen gegenüber gutmütig, wohingegen Pan als listig, wollüstig und boshaft dargestellt werde.

Im christlichen Mittelalter wurde die Ikonographie des Pan sogar für die Darstellung des Teufels übernommen.

Legenden der amerikanischen Ureinwohner kommen nicht weniger faszinierend daher als die der Griechen. Manche davon sind durchaus in der Lage, einem hartgesottenen Horrorfan eine gehörige Rückenschauer zu verpassen.

Filme, die durch indianische Legenden inspiriert wurden, sind unter anderem Wendigo, Friedhof der Kuscheltiere, The Darkness.

Trolle und Kobolde sind nicht nur Bestandteile unterschiedlicher Fantasy-Epen, im Horrorbereich sind sie ebenso willkommene Gäste.

Im dritten Teil des Horror-Episodenfilms „Katzenauge“ treffen wir z. B. auf einen alles andere als kinderfreundlichen Kobold. Sein blutrünstigerer Genosse kommt im Streifen „Leprechaun – der Killerkobold“ vor.

Wie die Titel verraten, handelt es in Filmen „Trollhunter“ und „Troll“ um Trolle, wobei der erste im Stil einer Mockumentary gehalten wird und der zweite ein brillantes Trash-Movie darstellt.

Für Fans von Urban Legends sind Filme „Die Mothman Prophezeiung“, „Carved: the Slith-Mouthed Woman“, „Candymans Fluch“ oder „Der Horror-Alligator“ zu empfehlen.

Und was sind eure Geheimtipps?

 

 

 

4 thoughts on “Horrorfilme, die auf Mythen, Sagen und Legenden basieren

  1. „Wishmaster“ war damals richtig geil. Schon der Anfang in dem Schloss, wo der Dschinn direkt mal den ganzen Hofstaat zerlegt war der Knaller. Zu schade, dass man an die Streifen nicht so ohne weiteres rankommt. Auch wenn die Fortsetzungen ziemlicher Quark waren.

    Ich denke man kann noch die verschiedenen „Bloody Mary“ Filme erwähnen, die ja im Prinzip die Urmutter des „Sag den Namen soundsovielmal und er/sie/es wird heraufbeschworen“ ist.
    Und ebenfalls nicht fehlen sollte wohl das „Haunted House“ Thema, das wohl einer der ältesten modernen Mythen im Horror sein dürfte (auch wenn ich persönlich die meistens eher langweilig finde).

    1. Ist dir auch vielleicht aufgefallen, dass der Dschinn eine große Ähnlichkiet zum Creeper besitzt? Oder eben andersherum.

      1. Ich musste erstmal überlegen, wen du meinst. Habe „Jeepers Creepers“ tatsächlich nie gesehen. Aber Bildersuche hat geholfen. Die sehen sich wirklich extrem ähnlich. Gibt es da einen interessanten Hintergrund zu?

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