Horror in Öl und Pastell

Das Bildnis des Abgrunds

Horror in Öl und Pastell

 

Ich werde wohl nie müde, zu betonen, dass das Horrorgenre in Deutschland unberechtigt verachtet wird. In einem meiner früheren Beiträge sprach ich über die Literaturgiganten dieser Welt, die sich gerne und hingebungsvoll dem Grusel widmeten. Heute möchte ich mich mit euch über die düsteren Gemälde, die den Pinseln genialer Künstler entsprungen sind, unterhalten.

Gern würde ich mit einem meiner Lieblingsmaler Francisco de Goya anfangen. Er hat eindeutig einen Hang zum Düsteren und Übernatürlichen gehabt. In vielen seiner Werke thematisierte er Hexenversammlungen, Teufelsanbetungen, Besessenheit – alles der richtige Stoff für Horrorfilme oder –romane.

Und ja – er war verrückt.

Unter anderem hat er das Bild „Saturn verschlingt eines seiner Kinder“ erschaffen, das zwar „nur“ auf griechischer Mythologie beruht, nichtsdestotrotz aber eine blutige Szene des Kannibalismus abbildet. Dieser Wahnsinn in Saturns Augen ist einfach nur erschreckend!

Pieter Bruegel (* um 1525/1530 vermutlich in Breda; † 9. September 1569 in Brüssel) ist größtenteils wegen seiner Darstellungen des bäuerlichen Lebens bekannt. Doch nicht alles ist so idyllisch gewesen. Einige seiner Gemälde sehen apokalyptisch aus, zeigen Tod und Schrecken.

Gänsehaut pur!

Henry Fuseli (* 7. Februar 1741 in Zürich; † 16. April 1825 in Putney bei London) ist uns dagegen überwiegend aufgrund seines Gemäldes „Nachtmahr“ bekannt. Inspiriert dazu wurde er übrigens durch englische Geistergeschichten. Schaut euch gut das Pferd an und träumt was Schönes!

Odilon Redon (* 22. April 1840 in Bordeaux; † 6. Juli 1916 in Paris) bediente sich des Öfteren mythologischer und phantastischer Motive, verarbeitete in seinen Werken eigene Alpträume.

Hieronymus Bosch (* um 1450 in ’s-Hertogenbosch; † August 1516 ebenda) baute in seine Bilder immer wieder dämonische Gestalten und Fabelwesen ein. Laut Salvador Dalí seien Boschs Monster ein Produkt des nebelverhangenen Nordens und der schrecklichen Verdauungsstörungen des Mittelalters gewesen.

Mag sein.

Erschreckend sind die Bilder aber trotzdem.

Michail Wrubel (* 5. März jul./ 17. März 1856 greg. in Omsk; † 1. April jul./ 14. April 1910 greg. in Sankt Petersburg) ist insbesondere für seine Illustration zum dichterischen Werk Lermontows „ Der Dämon“ berühmt. Und auch sonst ist seine Malerei deutlich vom Mystischen gezeichnet gewesen.

René Magritte (* 21. November 1898 in Lessines in der wallonischen Provinz Hennegau, Belgien; † 15. August 1967 in Brüssel) ist auch kein Verächter des Gruseligen gewesen.

Ebenso wenig Salvador Dalí (* 11. Mai 1904 in Figueres, Katalonien; † 23. Januar 1989 ebenda).

 

Bevor ich euch nun gehen lasse, möchte ich, dass ihr einen Blick auf folgende Abbildungen werft.

Zdzislaw Beksinski

M.C. Escher

Gerard David

Wiktor Wasnezow

Habe ich jemanden vergessen? Ihr seid dran!

2 thoughts on “Horror in Öl und Pastell

  1. Da sind schon verdammt viele gute Künstler und Bilder dabei! Zu erwähnen wären noch Giorgio de Chirico, Max Ernst (Die Versuchung des hl. Antonius) und Wassili Wereschtschagin (Apotheose des Todes).

    1. Oh ja, „Apotheose des Todes“ ist ein sehr intensives Bild. Wereschagins Werke haben auch viel mit der Geschichte meiner Heimatregion zu tun und für mich daher von besonderer Bedeutung. So plakativ und krass wie die Apotheose sind sie allerdings nicht.

      „Die Versuchung des hl. Antonius“ von Max Ernst gefällt mir auch sehr gut. Salvador Dalí, Joos van Craesbeek, Jan Mandyn, Niklaus Manuel, Bosch usw. thematisierten die Versuchungen ebenfalls in ihren Werken.

      Mit de Chirico kenne ich mich nicht so gut aus. Hast du ein Beispiel parat?

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