Hexen in Horrorfilmen

Hokuspokus

Hexen in Horrorfilmen

 

In meinem letzten Beitrag schrieb ich über die historisch-kulturellen Aspekte der Hexerei, heute verrate ich euch meine liebsten Horrorfilme, in denen Hexen die zentrale Position einnehmen.

The Autopsy of Jane Doe (2016)

Trotz, dass dieser Streifen noch recht frisch ist, gehört er jetzt schon zu meinen Allzeitfavoriten.

Die Leiche einer unbekannten jungen Frau, Jane Doe genannt, wird vom Gerichtsmediziner-Duo Tommy und Austin, die gleichzeitig Vater und Sohn sind, untersucht. Da der Körper der Frau in einem Haus, in dem ein grausamer fünffacher Mord passierte, gefunden wurde, ist es umso überraschender, dass der der einzige von fünf ist, der keinerlei Gewaltspuren aufweist. Diesem Geheimnis gehen die Herren Pathologen auf den Grund und werden fündig. Aus dem Inneren der Leiche kommen Dinge zutage, die gleichermaßen mysteriös wie furchterregend erscheinen.

Stück für Stück wird die wahre Geschichte von Jane Doe offenbart: Sie ist eines der Opfer der Hexenprozesse von Salem, unschuldig verurteilt. Die Qualen, die sie durchstehen musste, haben sie erst zu einer Hexe gemacht und seitdem sinnt sie auf Rache.

Der Film stellt eine unglaublich gelungene Mischung aus Crime, Thriller und Horror dar. Aber auch die emotionale Grundlage kommt gut zur Geltung: Tommy und Austin haben einen gemeinsamen Verlust zu verarbeiten, denn Tommys Frau – Austins Mutter – ist vor Kurzem verstorben. Dies bringt eine feine melancholische Note in die Handlung.

Forbidden Empire – Verbotenes Reich (2014)

Dieser russisch-ukrainischer Film ist auf dem deutschen Markt so gut wie unbekannt, was sehr schade ist.

Hierbei handelt es sich um eine moderne und ziemlich lose Kinoadaption von Nikolai Gogols literarischem Meisterwerk „Wij“.

Ein junger Reisender, Jonathan Green, kommt in ein abgelegenes ukrainisches Dorf inmitten eines Waldes. Die Dorfbewohner leben weltfremd und abgeschottet, denn sie fürchten sich vom Bösen, dass von Außerhalb kommt.

In einer Kneipe erfährt Green von betrunkenen Männern, dass im Dorf vor einem Jahr etwas Schlimmes passiert ist. Ein junger Theologie-Student kam um, während er in einer Kirche über dem Leichnam von Pannotschka, Tochter des Dorfoberhaupts, Wache hielt. Die Betrunkenen behaupten, Pannotschka sei eine Hexe gewesen und für den Tod des Studenten verantwortlich.

Green begibt sich in die besagte Kirche, um das Geheimnis der Hexe zu lüften. Die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Dafür, dass es sich bei Forbidden Empire um eine Low-Budget-Produktion handelt, kann der Streifen sich überaus sehen lassen. Die Kreaturen sind liebe- und fantasievoll gestaltet, die Kulisse erinnert einen ein wenig an Burtons Sleepy Hollow. Auch wenn es im Streifen für meinen Geschmack ein bisschen zu viel Action herrscht, kann ich ihn trotzdem ruhigen Gewissens empfehlen.

Wer es gerne rustikaler mag, sollte sich vielleicht die erste „Wij“-Verfilmung aus dem Jahre 1967 anschauen. Sie ist viel näher zur literarischen Vorlage gestaltet und besitzt den typischen Retro-Charme.

Blair Witch Project (1999)

Ich denke, der Film benötigt keine besondere Vorstellung: sein Ruhm eilt ihm voraus.

Ein hervorragender Found-Footage-Horrorstreifen, den ich jedem – ob Anfänger oder ein hartgesottener Horrorfreak – nur empfehlen kann.

Drag me to Hell (2009)

Wir haben schon alle von der Kraft der Zigeunerflüche gehört. In Drag me to Hell wird dem Zuschauer sehr eindrucksvoll präsentiert, was für ein unheimliches Potenzial so eine Verwünschung entfachen kann.

Christine Brown, eine Bankangestellte, weist eine ältere Zigeunerin, Mrs. Ganush, die sie um einen Zahlungsaufschub bittet, ab, in der Hoffnung, somit ihren Vorgesetzten zu überzeugen, ihr eine höhere Position im Unternehmen zu gewähren. Die Frau fleht Christine an, sich zu erbarmen, diese bleibt jedoch hart.

Auf dem Weg von der Arbeit nach Hause wird Christine von Mrs. Ganush im Parkhaus attackiert. Nach einem Kampf schneidet die Alte Christine einen Knopf von ihrem Mantel ab, spricht unheimliche Worte darüber und gibt ihn Christine wieder.

Es stellt sich heraus, dass Christine verfluch wurde: 3 Tage lang wird sie nun von einem Dämon verfolgt, um anschließend von ihm in Hölle gerissen zu werden.

Um nicht weiter herumzuspoilern, sage ich einfach: Geht und schaut euch das an!

 Thinner (1996)

Ein weiterer Streifen, der sich mit Zigeunerflüchen auseinandersetzt.

Diese Verfilmung von Stephen Kings Roman „Der Fluch“ wirkt an vielen Stellen leider holprig, die Idee ist dennoch schlicht atemberaubend.

Weil er währen der Autofahrt von seiner Frau einen geblasen bekommt und sich aufgrund dessen nicht ausreichen konzentrieren kann, überfährt ein erfolgreicher Anwalt eine alte Zigeunerin. Von einem befreundeten Richter wird er freigesprochen.

Der Vater der Toten glaubt nicht weiter an die Gerechtigkeit und belegt den Anwalt mit einem Fluch. Nur ein einziges Wort flüstert er ihm zu. Seitdem beginnt der Anwalt, rapide das Gewicht zu verlieren, bis sein Zustand lebensbedrohlich wird.

Der Hexenclub (1996)

Dies ist die Geschichte vierer Highschool-Mädels, die sich an okkulter Magie versuchen. Doch das, was wie ein schräges Hobby anfängt, nimmt schon bald ungeheure Ausmaße an.

Ein verdammt guter Teenie-Horrorfilm mit wundervollen Kostümen, skurrilen Charakteren und viel Hexerei.

Die Hexen von Eastwick (1987)

Das ist einer der Filme, mit denen ich großgeworden bin und die mich nach wie vor unendlich faszinieren.

Drei alleinstehende Frauen, die in einer kleinen Stadt Eastwick wohnen, beschließen eines Tages aus Spaß, einen idealen Mann zu kreieren – einen für sie drei. Sie probieren einen intuitiv selbstkomponierten Zauber aus und beschwören den Mann ihrer Träume herauf. Weil sie unbewusst über magische Kräfte verfügen, funktioniert der zauberhafte Vorgang. Der Traumprinz erscheint.

Doch er ist niemand Geringerer als der Teufel höchstpersönlich.

Diese wunderbare Horrorkomödie muss man gesehen haben.

The Conjuring (2013)

Dies ist zweifelsohne einer der erfolgreichsten Horrorfilme der letzten 10 Jahre.

Eine Familie zieht in ein altes Haus ein. Schon bald hören und sehen die Familienmitglieder Dinge der übernatürlichen Art. Sie kontaktieren ein berühmtes Geisterjäger-Pärchen Lorraine und Ed Warren, die schon bald zum Entschluss kommen, dass das Haus einer der Hexerei beschuldigten Frau gehörte, die sich später das Leben genommen hat. Bevor sie starb, verfluchte sie alle, die zukünftig in ihr Haus einziehen würden.

The Conjuring darf man sich als Horrorfan keineswegs entgehen lassen. Was als eine banale Geisterstory klingt, birgt haufenweise Potential.

 

 

 

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