Gruselige Traditionen weltweit

Von Geisterhochzeit und Witwenverbrennung

Gruselige Traditionen weltweit

 

Horror existiert nicht nur in Form von Geschichten oder Filmen. Manche Völkergruppen legten/legen ein überaus makabres Verhalten an den Tag, wenn es darum ging/geht, bestimmte Traditionen zu pflegen.

Wie zum Beispiel die Geisterhochzeiten in China.

Dieser obskure Brauch ist bereits während der Regierungszeit der Shang-Dynastie entstanden und wird bis heute fortgeführt.

Die Chinesen glauben, sie leben im Jenseits genau wie vorher. Also brauchen die Toten all das, was sie auch auf dieser Welt benötigen. Auch einen Ehemann oder eine Ehefrau.

Die frühzeitig verstorbenen Männer und Frauen, die zu Lebzeiten nicht verheiratet gewesen sind, werden diesem Brauch zufolge mit einem Toten des anderen Geschlechtes zusammenbegraben, sodass sie sich im Jenseits als Ehepaar vereinen können.

Um die Ehe post mortem durchzuziehen, zahlt die Familie des Bräutigams sogar Brautgeld an die Familie der Braut, das für die China-Maßstäbe gar nicht so niedrig ausfällt. Aus Gier werden junge Frauen von ihren Eltern sogar ermordet und ihre Leichen dann verkauft. Die Fälle der Grabschändungen sind in Zusammenhang mit Geisterhochzeiten auch bekannt.

Vor gar nicht so Langem ereignete sich sogar ein Vorfall, der weltweit Schlagzeilen erzeugte.

Eine Frau hat versucht, einem Krankenhaus die Leiche eines Waisenmädchens abzukaufen, um somit die Geisterhochzeit ihres verstorbenen Bruders zu gewährleisten. Den Worten der Frau nach habe der Geist des Toten ihr Haus heimgesucht und wollte von ihr nicht ablassen, bis diese ihn verheirate.

Die heutzutage in Japan zum Glück verbotene Praxis der Selbstmumifizierung Sokushinbutsu existierte bin ins 20. Jahrhundert hinein.

Dieser Prozess, der einem langsamen Selbstmord gleichkam, existierte, um den Anhängern der buddhistischen Schule des Shingon-shū durch extreme Schmerzen und Selbstverleugnung einen Weg in das Nirwana zu finden und so Teil des Buddha zu werden.

Der Prozess wird in drei Abschnitte von jeweils 1000 Tagen aufgeteilt. Innerhalb der ersten 1000 Tagen hält sich der Priester an eine spezielle Diät, die nur aus Nüssen und Samen aus der Umgebung besteht. In dieser Phase unterwirft er sich großen Härten, z. B. der stundenlangen Meditation unter eiskalten Wasserfällen. Am Ende dieses Abschnittes hat der Priester bereits stark abgenommen.

In den folgenden 1000 Tage reduziert sich die Nahrungsaufnahme des Priesters auf eine kleine Menge von Rinde und Wurzeln von Nadelbäumen, was zu einer extremen Abmagerung führt. Außerdem trägt diese Diät stark zur Entwässerung des Körpers bei.

Am Ende dieser Periode beginnt der Priester einen giftigen Tee zu trinken, der aus dem Saft des Urushi-Baums gemacht ist. Dieser Saft wird normalerweise verwendet, um Schüsseln, Teller und Möbel zu lackieren. Der Tee verursacht Erbrechen, verstärktes Urinieren und verstärkte Transpiration, um den Körper der zukünftigen Mumie weiter zu entwässern. Zusätzlich soll dieser Tee den Körper zu giftig machen, um von Maden gefressen zu werden.

In der letzten Phase von Sokushinbutsu wird der Priester für die letzten 1000 Tage in einer Gruft eingeschlossen, die kaum größer ist als sein Körper, in welcher er im Lotussitz verharren muss. Seine einzige Verbindung zur Außenwelt sind eine Luftröhre und eine Glocke. Jeden Tag läutet er die Glocke, um denjenigen außerhalb mitzuteilen, dass er noch lebt. Sobald die Glocke aufhört zu klingeln, wird die Luftröhre entfernt und die Gruft versiegelt.

Sokushinbutsu wurde im 19. Jahrhundert verboten; 1903 verstarb der letzte bekannte Priester in der Ausübung des Rituals.

Eine der bekanntesten Horrortraditionen in der Europäischen Welt ist wahrscheinlich die Post-mortem-Fotografie.

Das primäre Ziel der Totenfotografie war die Festhaltung der Erinnerung an den Verstorbenen gewesen, solange dessen Körper von der Verwesung noch nicht zerstört worden war. Die Verstorbenen wurden in alltäglichen Posen abgelichtet: beim Teetrinken, Zeitunglesen oder mit den Verwandten auf dem Sofa.

Besonders das Fotografieren von toten Kindern entwickelte sich während des späten viktorianischen Zeitalters (1860–1910), als Totgeburten und generell Todesfälle bei Kindern sehr häufig waren, zu einer weit verbreiteten Praxis. Die Fotografen machten die Aufnahmen von den kleinen Toten in ihrer gewohnten Umgebung, mit geliebten Spielzeugen oder Haustieren. Um toten Gesichtern einen lebendigen Eindruck zu verleihen, wurden den Verstorbenen sogar Pupillen auf die geschlossenen Augenlider gemalt.

Makabererweise wurden tote Kinder mit den lebendigen Geschwistern sehr oft zusammen abgelichtet.

Meine Oma besaß übrigens ein Post-mortem-Foto ihres Sohnes, der im Alter von 8 Monaten starb, das sie stets gut aufbewahrte.

Die im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert weit verbreitete Post-mortem-Fotografie ging von 1940 und 1960 in Nordeuropa und den Vereinigten Staaten zuerst zurück und verschwand dann beinahe völlig. Sie konnte sich in stärker katholisch dominierten Regionen jedoch länger halten.

Die Witwenverbrennung in Indien, Nepal und Bali ist eine der meiner Meinung nach barbarischsten Traditionen weltweit. Dafür gibt es religiöse, politische, wirtschaftliche sowie soziale Gründe.

Frauen, die gemeinsam mit der Leiche ihres Ehemanns verbrannten, wurden in hohen Ehren gehalten und teilweise göttlich verehrt; ihre Familie gewann hohes Ansehen. Ursprünglich töteten sich auf diese Weise Frauen der im Kampf gefallenen Männer aus Fürstenfamilien, möglicherweise, um nicht den Feinden in die Hände zu fallen. Die Witwenverbrennung, zunächst als Selbsttötung gedacht, wurde jedoch im Laufe der Zeit in vielen Bevölkerungskreisen eingefordert.

Die Witwe saß auf dem Scheiterhaufen mit der Leiche des Mannes, und der älteste Sohn oder der nächste männliche Verwandte entzündete das Feuer.

Laut indischem Gesetz ist heute jede direkte und indirekte Unterstützung der Witwenverbrennung verboten. Auch die traditionelle Verherrlichung solcher Frauen wird geahndet. Jedoch wird dieses Gesetz nicht immer gleichermaßen energisch umgesetzt und es kommt immer wieder dazu, dass Frauen bei lebendigem Leib verbrennen.

Eine weitere obskure Tradition, deren Zeugin ich selbst war, wird von orthodoxen Russen gepflegt.

Dabei bleibt der Leichnam des Verstorbenen (nach der entsprechenden Zubereitung im Leichenhaus) im offenen Sarg bis zu 3 Tagen in seiner Wohnung liegen, sodass alle Verwandte und Freunde sich von ihm verabschieden können. Der Sargdeckel steht dabei nicht selten im Treppenhaus vor der Wohnungstür.

Während der Tote sich in der Wohnung befindet, werden alle Spiegel darin mit weißen oder schwarzen Tüchern verhängt. Dadurch sollte vermieden werden, dass die Seele des Verstorbenen sich verirrt und für immer im Spiegel gefangen bleibt.

Verdammt creepy, kann ich euch sagen!

Welche Gruselbräuche kennt ihr?

P.S.: Beispielbilder habe ich euch in diesem Beitrag absichtlich erspart.

 

 

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